schnapsidee / alexander pohl


Sich einem grossen Publikum vorzustellen, ist immer schwierig. Man schwankt ziemlich heftig zwischen Dichtung und Wahrheit und ausserdem kommt die unterschiedliche Wahrnehmung des Geschriebenen durch den Leser hinzu. Da stecke ich ganz schnell in der Bredouille. Wie stelle ich mich Ihnen vor, ohne dass ich als Held, als Gauner, als Idiot oder Mauerblümchen dastehe. Kann ich das mischen? Was kommt dann raus? Interessiert es überhaupt jemanden, wer ich bin? Sollte es, denn immerhin bin ich einer der 2 Mitbegründer der Marke p.o.h.l. & r.a.u.c.h.e.n.s.t.e.i.n. Und nebenbei eigentlich auch noch alleiniger Inhaber. Das macht die Sache aber nicht einfacher. Nur weil man etwas besitzt, was andere haben wollen, wird man nicht zum Helden oder edlen Ritter. Der bin ich auch nicht.

Ich bin jemand, der im Leben immer das findet, was er sucht. Eigentlich suche ich immer nur das, bei dem ich mir sicher bin, dass ich es auch finden werde. Ziemlich realitätsnah, nicht wahr? Ich schlafe nachts immer sehr gut, nie wälze ich mich mit wirren Gedanken im Bett herum oder vermeide aufs tunlichste irgendwelche Denkprozesse, die mich eventuell um den Schlaf bringen könnten. In meinen Träumen bin ich immer der, der im Film als letzter übrigbleibt. Das sind ja immer die Guten! Schlafen kann ich also wirklich gut. Auch mittags um 2 Uhr oder im Bus durch die Anden. Da spielt es keine Rolle, ob es schaukelt. Nur wenn der Nachbar nach frischem Schafskäse riecht, stört es mich und ich versuche förmlich, mir eine Duftwand aus eigenem Geruch und Hilfsmittel wie Pulloverärmel oder Handcremen zu bauen. Wenn der Bus dann anhält, bin ich einer der Ersten, der raus will um sich eine Zigarette anzuzünden. Warum es mir dann besser geht, weiss ich nicht, ich bilde es mir aber ein und so scheitern meine Versuche aufzuhören, mit einer Regelmässigkeit, die schon wieder beruhigend ist. Vor kurzem habe ich angefangen, morgens einen Esslöffel Lebertran zu schlucken. Das hilft. Gegen was weiss ich nicht, aber gemischt mit Orangengeschmack und über Nacht schön kühl gestellt, schmeckt Lebertran gar nicht mal so schlecht. Aber es muss nicht immer das Fett vom Fisch sein, es kann ruhig auch mal der gute kubanische Rum, ein weicher Whisky - aber ohne Eis - oder ein schlecht gemischter Caipiriñha sein. Mein Gott, die Getränke regen zum denken an und denken muss ich viel. Ich kann aber auch ohne Whisky denken.

Die Welt ist für mich was Schönes, insbesondere wenn ich da bin, wo andere immer sein wollen aber nicht können, weil sie nicht wissen, dass sie es wollen. Ich habe keine Probleme in einer kleinen Gebirgshütte irgendwo in den ecuatorianischen Anden bei heftigem Wind und kaltem Regen zu sitzen und ein fettiges Hühnchen zu essen. Das macht mir aber nur solange nichts aus, wie ich die Gewissheit habe, in absehbarer Zeit, es können ruhig auch mal ein paar Tage sein, wieder ein warmes Zuhause, eine heisse Dusche und eine schöne italienische Pasta mit frischem Basilikum und würzigem Parmesan zu haben. Manchmal fühle ich mich auf schicken Empfängen unwohl. Warum weiss ich eigentlich auch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass der Champagner meinen Erwartungen wieder einmal nicht entspricht oder das Hühnchen vom Buffet auch nicht anders schmeckt als in der Gebirgshütte hoch oben in den ecuatorianischen Anden. Einen kommunikativen Höhenrausch erfährt man auf solch schicken Empfängen und Banquetts eh ganz selten. Aber ab und zu sich "á la mode" anzuziehen und darüber hinwegtäuschen, dass man eigentlich lieber eine Jeans trägt, kann auch seinen Spass mitsichbringen. Spass habe ich viel und reichlich im Leben, wenn ich ihn irgendwann nicht mehr haben sollte, ziehe ich eben in den Kongo und suche ihn dort. Spass sollte man immer haben. Das Wort ist fast schon ein Unwort. Es klingt oberflächlich und fast etwas vulgär. Ich meine damit aber, jeden Morgen gerne aufzustehen, sich auf die Menschen zu freuen, die man alltäglich trifft und immer wieder neue Dinge erleben.

Hätte man mich vor 5 Jahren geweckt und mir gesagt, dass ich einmal eine der besten Kunstmarken gründen würde, hätte ich gesagt, dass ich ersteinmal kalt duschen müsse, einen heissen Kaffee brauche und die Zigarette mir doch gebracht werden sollte. Zu dieser Zeit habe ich noch mit Millionen und Milliarden am deutschen, und später am europäischen Geldmarkt gehandelt. Jetzt ist es nicht viel anders, nur dass ich die hässlichen Brücken auf den Euroscheinen und die Uncle-Sam-Visagen auf den Bucks gegen wirklich schöne Motive eingetauscht habe. Bilder die mir gefallen, kaufe ich, biete sie an und suche neue. Gefallen sie mir nicht, versehe ich sie auch nicht auf der Rückseite mit dem begehrten p.o.h.l. & r.a.u.c.h.e.n.s.t.e.i.n.-Stempel. Der Handel mit Kunst hat für mich einen Vorteil. Sie kaufen unsere Bilder nur dann, wenn Sie Ihnen gefallen. Ich muss niemanden überreden, Bilder zu kaufen. Denn dadurch ändert sich weder Ihr Geschmack noch das Motiv und der Stil des Bildes. Ich muss Ihnen also einfach das Bild anbieten, Sie sagen ja oder nein. Bei nein gehen wir sofort ein Bierchen trinken und bei ja liefern wir zuerst und gehen danach ein Bierchen trinken. Denn schliesslich haben wir dann, wie wir schon im Katalog beschreiben, 3 Geschöpfe Gottes glücklich gemacht. Sie den Käufer, ihn den Maler und uns, die p.o.h.l. & r.a.u.c.h.e.n.s.t.e.i.n.'s.

schnapsidee / jeannine rauchenstein

Eigentlich bin ich immer schon am suchen gewesen, was weiss ich auch nicht. Und eigentlich ging es mir immer sehr gut, und doch hat immer schon was gefehlt. Nach meiner kaufmännischen Ausbildung und einem Jahr in London bei einer sehr netten Ami-Familie kam ich in den Rohstoffhandel für Pharmazeutische Aktiv-Substanzen. Dort habe ich für 4 Jahre mein Bestes gegeben, viel gelernt und unheimlich viel Spass gehabt. Nebst einem interessanten Team, dem idealen Chef und einem guten Arbeitsplatz mitten in Zürich hab ich Tonnen von Substanzen in der ganzen Welt eingekauft und in Europa verkauft, das alles natürlich mit saftigen Gewinnen. Verhandlungen sind für mich ein Riesenspass, vorallem habe ich einfach Freude, wenn ich "meine" Kunden zufriedenstellen kann. Und dann habe ich nebenbei noch den Eidg. Dipl. Marketingplaner gemacht. Da bin ich mir manchmal schon ein wenig wichtig vorgekommen, insbesondere wenn wir wieder mal mit Champagner auf ein gutes Geschäft von mir angestossen haben. Und doch ging die Suche dann weiter, weil ich nicht sehr an der Materie Chemie interessiert war.

Nach vielem Ausprobieren von diversen Stellen, bin ich im Internet Bereich gelandet - d.h. gleich beim Pionier in der Schweiz und damals hab ich gedacht, das ist es nun. Nur leider musste ich mit meiner hochgesteckten Lohnvorstellung runter (schliesslich hab ich ja einiges gelernt!) und die Arbeit! Es war einfach viel mehr, als man bewältigen konnte. Neben dem heillosen Chaos - wo ich mich normalerweise eigentlich nicht ganz unwohl fühle - gab´s einfach keine Struktur. Na ja, wir waren ja auch die Pioniere. Sehr viel Kreativität, Flexibilität, Organisationstalent und Durchhaltevermögen waren so gefragt wie noch nie. Da wir alle im selben Boot gesessen haben, hat sich ein riesiger Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern gebildet. Eigentlich war es auch gar nicht mehr "die Firma" sondern der Freundes- oder Familientreffpunkt. Man hat den ganzen Tag und auch die wenige Freizeit zusammen verbracht. Die Erfolgserlebnisse für mich waren aber nebst der neugefundenen Famile auch hier die glücklichen Kunden, die Fähigkeit zu haben, jemanden zufrieden zu stellen. Und dann wurden wir von einem grossen Telekommunikationsanbieter übernommen. Mit dem neuen Brötchengeber wurde meine Wunschlohn-Vorstellung sogar bei weitem übertroffen. Wir wurden gleich mit den neuesten Handys ausgestattet (schliesslich muss man über das eigene Angebot informiert sein) und sogar einen Laptop haben sie mir gegeben, damit konnte ich von zu Hause arbeiten, wenn ich wollte. Mein Titel war nun Internet Sales Support Engineer - klingt doch mega! Man hat uns behandelt wie DIE Spezialisten. Was da schiefging weiss ich nicht genau, aber es hat nebst meiner "Familie" einiges gefehlt. Anstatt dem Ziel (welches ich ja immer noch nicht kenne) näher zu sein, bin ich umso mehr davon weggerückt.

Als dann der Wohnungskauf über knapp eine Halbe Million Schweizer Franken nebst meiner zerrütteten Beziehung in Brüche ging, hat mich jemand sehr nahestehendes gefragt: "warum gehst Du nicht einfach nach Mexiko um Dir Spanisch anzueignen?" Ja, warum eigentlich nicht!? Und so bin ich im Mai 2001 losgezogen. Sehr gut habe ich gelebt, sogar die USA und Kanada habe ich bereist. Vieles habe ich erlebt, viele Male habe ich geweint und die meiste Zeit habe ich mich einsam gefühlt und mich immer wieder gefragt, warum ich das eigentlich alles mache. Als mir nach 6 Monaten das Geld ausging, habe ich mich kurzerhand entschlossen, zu arbeiten. Ich hatte dann auch Stellen als Englisch- und Deutschlehrerin in San Salvador und Managua (Nicaragua). Irgendwann bin ich in Panama gelandet (das Land mit dem Kanal) um hier etwas Geld zu verdienen und mit einem Schiff nach Chile weiterzuziehen. Allerdings war es ziemlich schwierig, hier eine Stelle zu finden. Zuerst hatte ich meine privaten Englisch- und Deutschstudenten und später habe ich sogar für 6 Monate bei einem Schweizer als Servierdüse gearbeitet. Heute kann ich sagen, dass ich sehr viel erfahren habe. Und es war toll, mit so vielen neuen Leuten zusammen zu sein. In Panama habe ich dann meinen Mann José (früher Mendrilisanto) kennengelernt! Ich, die eigentlich gedacht hat, nie zu heiraten, vorallem keinen Latino. Aber vieles hat sich seither extrem verändert und verbessert, nicht nur meine ökonomische Situation. Und bei der deutschen Investitionsfirma in der ich heute arbeite, habe ich Alexander Pohl kennengelernt. Mein heutiger Geschäftspartner von p.o.h.l. & r.a.u.c.h.e.n.s.t.e.i.n. Sehr viel habe ich gelernt und bin immer noch am lernen, wahrscheinlich mehr als je zuvor. Es macht unheimlichen Spass und ich hoffe, dass ich noch viele Erfolgserlebnisse mit den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, haben werde! Vielleicht ist es wirklich, was ich schon immer gesucht habe, denn ich habe nicht mehr das Gefühl, es fehlt etwas.

schnapsidee / idee

Eigentlich ist dieser Katalog eine Schnapsidee - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Den Schnaps dafür lieferte an jenem Abend in unregelmässigen Abständen der Kellner eines kleinen, gemütlichen Restaurants im Herzen Panama Citys. Die Idee, die dem Schnaps sozusagen, das sinngebende Hauptwort lieferte, kam von den beiden Endverbrauchern des letzteren: Alexander Pohl und Jeannine Rauchenstein. Im Verlauf der nächsten Monate reifte diese hochprozentige Idee jedoch zu einem wohldurchdachten Projekt, in das viel Arbeit gesteckt wurde. Das Ergebnis ist der Katalog 2004 (Kunstdepot).

Die Idee, die in ihm verwirklicht wird, beinhaltet den Verkauf und die Vermarktung hochwertiger Kunst aus dem lateinamerikanischen Raum in Europa, speziell in Deutschland und der Schweiz. Um dem Erfolg dieses Projektes die bestmöglichen Vorraussetzungen zu schaffen, wurden weitere Mitarbeiter verpflichtet: Qualität, Seriosität und Exklusivität. p.o.h.l. & r.a.u.c.h.e.n.s.t.e.i.n. möchte mit jedem verkauften Kunstwerk 3 Geschöpfe Gottes glücklich machen.

Sie, als den Käufer: Sie erhalten ein Kunstwerk, das einzigartig ist und werden zu den Ersten gehören, die einen neuen, reichen und unglaublich vielfältigen Markt entdecken und geniessen können.

Ihn, den Künstler: In Lateinamerika haben sie kaum die Chance, ihre Werke lohnend zu verkaufen, da die Menschen dort, ihr weniges Geld nicht fuer Kunst ausgeben. Unser Katalog gibt ihnen die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit und vor allem das Geld zu bekommen, das sie verdienen.

Und uns, p.o.h.l. & r.a.u.c.h.e.n.s.t.e.i.n.: Unser Mitarbeiter Seriosität verpflichtete uns zu absoluter Ehrlichkeit unseren Kunden gegenüber und so müssen wir natürlich auch uns erwähnen, wenn es darum geht, wer von diesem Projekt profitiert. Denn wir sind leider kein Wohltätigkeitsverein und haben auch den Schlüssel zur veganischen Ernährung durch Luft und Liebe noch nicht gefunden. Aber wir versprechen, wir bleiben dran.

Das Besondere der Bilder ist ihre Geschichte. Sie werden nicht in einem lichtdurchfluteten Atelier zwischen 10:30 Champagnerfrühstück und 17:15 Treffen mit dem Makler geschaffen. Die Künstler kaufen ihre Materialien auch nicht in einem gut sortierten Geschäft Marke "Alles für den Künstler". Nein, diese Bilder entstehen in der Küche, im Wohnraum oder auf dem Hof, wo eben gerade Platz ist. Während dieser Zeit leben sie mit dem Künstler und seiner Familie, die weiss, das jener Tag kommen wird, an dem sie sich von ihrem Familienmitglied, dem Bild, verabschieden müssen. Sollte ein Bild durch uns einen Käufer in Europa gefunden haben, geht es auf eine lange, beschwerliche Reise. Wenn sie ein solches Bild erworben haben und es sich schliesslich am vorbestimmten Platz befindet, denken Sie an eben dies. Denken Sie an den Künstler in Lateinamerika. Versuchen Sie sich vorzustellen, unter welchen Umständen das Bild gemalt wurde, daran, was es schon alles gesehen und vielleicht erlebt hat. Bilder, die sie bei uns erwerben, hängen nicht einfach an der Wand - sie erzählen eine Geschichte. Aber nicht jedes Bild teilt sich jedem Betrachter mit. Finden Sie selbst heraus, welches sich ihnen öffnet und wieviel es von seiner Geschichte preisgibt. p.o.h.l. & r.a.u.c.h.e.n.s.t.e.i.n. stellt in seinem ersten Katalog Bilder des ecuatorianischen Malers Negrete vor, möchte sich aber langfristig nicht nur auf die Bildkunst beschränken. Der Vorteil unseres jungen, kleinen Unternehmens ist, dass wir flexibel sind. Wir haben in mehreren lateinamerikanischen Ländern einen Mitarbeiter vor Ort, der die aktuelle Kunstszene beobachtet und bei Bedarf sofort tätig wird. Unsere Hauptmotivation ist aber, dass wir glauben, dass wir Ihnen etwas geben können, von dem Sie bis jetzt noch nicht wussten, dass Sie es vermissen.

info@pohl-rauchenstein.com